Biographie Dean MartinGemeinsam mit Sammy Davis Jr. und Frank Sinatra dominierte er göttergleich das Showbusiness. Und Las Vegas wurde zu seinem Olymp. Dino Paul Crocetti wurde am 7. Juni 1917 in Steubenville, Ohio geboren. Der Sohn eines italienischen Barbiers, der erst wenige Jahre zuvor nach Amerika ausgewandert war, sprach bis zu seinem fünften Lebensjahr fast ausschließlich italienisch. Sein gebrochenes Englisch machte ihn in der Schule zum Ziel mancher Hänseleien und so schmiss Dino denn auch im Alter von 16 Jahren die Schule. Nach einigen Gelegenheitsjobs versuchte er sich unter dem Namen Kid Crochet als Amateurboxer und handelte auf dem Schwarzmarkt mit Alkohol. Seine Kontakte zur Unterwelt brachten ihm schließlich einen Job als Croupier in einem Spielcasino ein, für den er sich den Namen DEAN MARTIN zulegte. Erste kleine Publikumserfolge feierte er in der New Yorker Clubszene als Sänger der Band von Sammy Watkins. Das großen Vorbild für den aufstrebenden Sänger war Bing Crosby. Nachdem Dean Martin bereits 1946 seine erste Single "Which Way Do My Heart Go?" veröffentlichte, lernte er während eines Auftritts in Atlantic City den Komiker Jerry Lewis kennen. Die beiden Nachwuchskünstler traten einige Male gemeinsam auf und kamen als Duo beim Publikum so gut an, dass sie beschlossen, fortan gemeinsame Sache zu machen. Jerry Lewis und Dean Martin - "the Monkey and the Organ-Grinder" - avancierten bis zum Ende der Vierziger zum erfolgreichsten Comedy-Gespann in den Staaten. 1949 drehten sie mit "My Friend Irma" ihren ersten gemeinsamen Film, dem bis zum Ende ihrer künstlerischen Beziehung im Jahr 1956 etliche weitere erfolgreiche Kinokomödien folgten. Dean Martin hatte parallel seine Karriere als Sänger weiter vorangetrieben. Nach seinem ersten US-Chart-Erfolg mit "Powder Your Face With Sunshine (Smile! Smile! Smile!)" eroberte der stets adrett und smart gekleidete Dean Martin mit seiner sanften, vollmundigen Stimme ein ums andere Mal die Herzen seiner Fans. Im Verlaufe der Fünfziger waren vor allem die Songs besonders erfolgreich, die italienischen Flair verbreiteten, namentlich "That's Amore" (1954) sowie "Volare (Nel Blu Di Pinto Di Blu)" und "Return To Me (Ritorna-Me)", beides Chart-Topper aus dem Jahr 1958, einem Jahr, in dem Dean Martin auch als Schauspieler einen weiteren Erfolg feierte. Hatte er bis dahin vor allem als Komödiant geglänzt, zeigte er in dem Film "The Young Lions" an der Seite von Marlon Brando und Montgomery Clift, dass er auch ernste Rollen überzeugend verkörpern konnte - kurze Zeit später untermauerte er dies an der Seite von John Wayne in dem Western "Rio Bravo". Damit nicht genug, waren auch das NBC-Fernseh-Special "The Dean Martin Show" und sein Live-Auftritt im Sands Hotel in Las Vegas zwei weitere Highlights dieses überaus erfolgreichen Jahres, das ihn zugleich in Film und Fernsehen, auf der Bühne und in den Charts omnipräsent machte - etwas, das noch nicht einmal Frank Sinatra bis dahin gelungen war. Ein Jahr später kam es zu einer folgenreichen Begegnung mit Frank Sinatra. Die beiden Giganten des amerikanischen Entertainments standen für den Film "Some Came Running" erstmals gemeinsam vor der Kamera und läuteten die Geburtsstunde des sogenannten "Rat Pack" ein. Gemeinsam mit Sammy Davis Jr., Peter Lawford, Joey Bishop und Shirley MacLaine dominierten sie für die nächsten Jahre göttergleich das Showbusiness. Und Las Vegas wurde zu ihrem Olymp. "Ocean's Eleven" und "Robin And The Seven Hoods" bilden den filmischen Nachlass dieser Gang, die mit ihren Tuxedos, den Zigaretten in der einen, den Whiskey in der anderen Hand zu Ikonen wurden, über deren Verbindungen zur Mafia und zur hohen Politik immer wieder spekuliert wurde. Sinatra hatte Dean Martin in der Zwischenzeit von Capitol zu seinem Label Reprise gelotst. Auch dort war Dean Martin ein Publikumsmagnet. Dean Martin gelang es, 1964 mit "Everybody Loves Somebody" die Beatles auf der Höhe ihres Erfolgs von der Spitze der US-Charts zu verdrängen. In Billy Wilders Film "Kiss Me, Stupid" verewigte er sich im selben Jahr als liebenswerter Säufer. Überhaupt war die Trinkfestigkeit des charmanten Crooners und siebenfachen Familienvaters ein Image, das er pflegte - selbst wenn er, wie man munkelt, vor laufender Kamera Apfelsaft statt Whiskey trank. NBC verpflichtete den Publikumsliebling Mitte der 60er für eine wöchentliche Fernsehshow: "The DEAN MARTIN Show" wurde eine Institution, in der der Showmaster kein Blatt vor den Mund nahm und sich sogar mit den Rolling Stones anlegte. Erst in den Siebzigern verblasste sein Stern, auch wenn er noch gelegentlich einem seiner musikalischen Steckenpferde, dem Country&Western, Tribut zollte. In den späten Achtzigern lockte Frank Sinatra seinen alten Freund Dean Martin zwar noch einmal auf die Bühne, um gemeinsam mit Sammy Davis Jr. das Rat Pack zu reanimieren. Doch Dean Martin hatte nach sechs Shows keine Lust mehr. Am 20.3.88 fand das letzte Tour-Konzert mit Dean statt. Im April stand Dino aber bereits wieder auf der Bühne des Ballys in Las Vegas. Dort gab er am 29.7.1991 sein letztes Konzert. Dean Martin starb am 25.12.1995 im Alter von 78 Jahren. lesen Sie über die Darsteller von Sinatra, Davis und Martin in Müchen »
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